Kreditaufnahme


Kreditaufnahme

Grundsätzlich, so der Bundesgerichtshof, Entscheidungsdatum: 28.09.2012, Az. V ZR 251/11 haben Wohnungseigentümer einen Ermessensspielraum, ob sie einen Finanzbedarf durch die Sonderumlage oder Rücklagenzugriff oder aber durch eine Darlehensaufnahme über den Verband decken wollen.

Ein solcher Beschluss kann durchaus ordnungsgemäßer Verwaltung entsprechen. Ob das der Fall ist, kann allerdings nicht abschließend und generell gesagt werden, sondern nur anhand der konkreten Umstände des Einzelfalles, und zwar unter Beachtung des Selbstorganisationsrechts der Wohnungseigentümer und des daraus abzuleitenden Ermessensspielraums unter Abwägung aller Interessen.

Gleichwohl ist darauf hinzuweisen, dass besondere Haftungsrisiken berücksichtigt werden müssen. Es besteht zwar im Außenverhältnis nur eine anteilige Haftung aus § 10 Abs. 8 WEG, aber im Innenverhältnis können sich unbegrenzte Nachschusspflichten aus der Pflicht zur ordnungsgemäßen Finanzausstattung ergeben.

Ganz konkret bedeutet das, dass - wenn es bei den Wohnungseigentümern entsprechende Zahlungsausfälle gibt - droht den übrigen Wohnungseigentümern über eine Sonderumlage eine Nachschusspflicht, denn die WEG hat einen Anspruch auf eine ordnungsgemäße Finanzausstattung.

Wie man daraus erkennt, ist die Kreditaufnahme durch die Wohnungseigentümergemeinschaft also nicht frei von Risiken für den einzelnen Wohnungseigentümer.

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